Zukunft und Geschichte: Musikreise der Compagnie nach Riga

Die Pflege der historischen und persönlichen Beziehungen zu Riga – und die Förderung junger Musikerinnen und Musiker im Rahmen des Musikpreises der Schwarzen Häupter: Diese beiden Anliegen standen im Mittelpunkt der diesjährigen „Musikreise“ der Compagnie nach Riga. Vom 26. bis 29. März 2026 war eine Gruppe von Collegen und Partnerinnen erneut in der lettischen Hauptstadt – und fand dabei mehr als die Spuren einer großen Vergangenheit.

Schon der erste Programmtag zeigte, wie lebendig die Verbindung der Compagnie mit Riga ist. Im Rathaus wurde die Reisegruppe begrüßt und erhielt unter dem Titel „SmartRiga“ Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Stadt. Anschließend führte der Weg an einen Ort, der für die Compagnie von besonderer Bedeutung ist: das Schwarzhäupterhaus am Rathausplatz. Dort bot sich Gelegenheit zum Austausch über die gegenwärtige Tourismussituation in Riga und über die Rolle dieses geschichtsträchtigen Hauses im kulturellen Leben der Stadt.

Ein weiterer Termin galt der Deutschen Botschaft. Im Gespräch mit Christopher Gronau, dem Leiter der Presse- und Kulturabteilung, standen die deutsch-lettischen Beziehungen, kulturelle Zusammenarbeit und die besondere Rolle Rigas als europäische Kulturstadt im Mittelpunkt.

Während ein Teil der Reisegruppe am Nachmittag bei einer deutschsprachigen Führung das Jugendstilviertel erkundete, begann in der Lettischen Musikakademie Jāzeps Vītols der Musikwettbewerb zum 7. Musikpreis der Schwarzhäupter. Die Compagnie richtet diesen Preis seit 2012 gemeinsam mit der Akademie aus. Er wird alle zwei Jahre vergeben und würdigt herausragende junge Musikerinnen und Musiker, die durch ihr gemeinsames Musizieren im Ensemble überzeugen.

Die Jury setzte sich aus lettischen Künstlerpersönlichkeiten und Vertretern der Compagnie zusammen. In diesem Jahr hatte man die besondere Ehre, mit der Cellistin Kristīne Blaumane und dem Konzertpianisten Reinis Zariņš zwei lettische Musiker von Weltgeltung in ihren Reihen zu haben. Mit großer Aufmerksamkeit hörte die Jury die auftretenden Ensembles, deren musikalische Qualität und interpretatorische Reife einmal mehr zeigten, welche Vitalität das Musikleben in Riga besitzt. Für die Compagnie ist dieser Wettbewerb weit mehr als eine Preisvergabe: Er ist Ausdruck der Verbundenheit mit der Stadt und ein Beitrag zur Förderung einer jungen Generation von Künstlerinnen und Künstlern.

Am Samstag führte die Reise zunächst nach Rundāle. Das barocke Schloss, oft als „Versailles des Baltikums“ bezeichnet, beeindruckte mit seinen prachtvollen Sälen, seiner Geschichte als Sommerresidenz des Herzogs von Kurland und der weitläufigen Parkanlage. Die deutschsprachige Führung machte Rundāle zu einem eindrucksvollen Höhepunkt des kulturellen Programms.

Zurück in Riga folgte am Nachmittag die Festveranstaltung in der Musikakademie. Nach der Begrüßung durch Vize-Rektorin Diāna Zandberga und Sigita Razminoviča, Koordinatorin für internationale Projekte, richtete die deutsche Botschafterin in Lettland, Gudrun Masloch, ein Grußwort an die Gäste und drückte damit ihre Verbundenheit mit dem Projekt aus. Danach erinnerte der Ältermann André Grobien in seiner Ansprache an die besondere Bedeutung lebendiger Beziehungen über Grenzen hinweg und die wichtige Rolle der Kultur in diesem Zusammenhang. Danach wurden die diesjährigen Preisträger bekanntgegeben: Das Piano-Quintett „Soleil“ mit Sofija Balabkina, Emīlija Bukša, Līvija Bukša, Zenta Evita Timermane und Daniils Rimvids-Mickevičs sowie das Duo der Cellistin Anna Katrīna Paukšēna am dem Pianisten Kārlis Gusts Zariņš, die den ersten Preis gewannen. Ein kurzer musikalischer Auftritt der Ensembles gab den Gästen noch einmal einen unmittelbaren Eindruck von der künstlerischen Kraft des Wettbewerbs. Beim anschließenden Empfang im „Organ Room“ kamen Musiker, Gäste und Mitglieder der Compagnie miteinander ins Gespräch.

Den Abschluss der Reise bildete der Abend des Ältermanns. Er bot Gelegenheit, die Eindrücke der vergangenen Tage gemeinsam Revue passieren zu lassen: die Begegnungen im Rathaus, im Schwarzhäupterhaus und in der Botschaft, die architektonische Pracht Rigas, die Fahrt nach Rundāle – und vor allem die Musik junger Künstlerinnen und Künstler, die den alten Beziehungen zwischen Bremen, Riga und der Compagnie eine sehr gegenwärtige Stimme gaben.

So wurde die Reise nach Riga erneut zu einem Zeichen gelebter Tradition: historisch verwurzelt, europäisch ausgerichtet und offen für die Zukunft.

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